Hochschulreformen - auch gesellschaftliches Engagement muss anerkennt werden

Veröffentlicht am 18.11.2009 in Presse

Im Zuge der Studentenproteste an zahlreichen deutschen Universitäten gegen die Bachelor- und Masterstudiengänge stellen sich die Jungsozialisten im Stadtverband Amberg explizit auf die Seite der Studierenden. "In Deutschland wurde der Bologna-Prozess geradezu dilettantisch ins Werk gesetzt, das Chaos an den Universitäten ist für jeden Studenten unübersehbar. Veränderungen sind hier dringend notwendig, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann", so Juso-Chef Benjamin Meister.

Abseits dieser Problematik verweisen die Amberger Jusos jedoch auch auf einen weiteren problematischen Trend im Bildungswesen. "Die FDP hat kürzlich voller Stolz verkündet, dass künftig Stipendien für die besten zehn Prozent der Studierenden angeboten werden sollen. Nun ist dagegen ja grundsätzlich nichts zu sagen, jedoch wirft das eine Frage auf: Wie steht die Bundesregierung zu den übrigen 90 Prozent der Studierenden, welche gewiss nicht unbegabt oder unmotiviert sind, jedoch nicht gleich zu den besten zehn Prozent zählen? Diese verdienen offenbar nach dem FDP-Hochleistungsprinzip keine Unterstützung", kritisiert Meister. Jeder, der schon mal einen Bafög-Antrag gestellt habe, wisse, dass dieses Gegenargument nicht greife.

Weiterhin kritisieren die Jusos die mangelnde Anerkennung außeruniversitären Engagements bei der Vergabe von Studienplätzen. "Da wird ausschließlich auf die Noten geachtet. Eine Gesellschaft, welche sich jedoch über mangelndes soziales, kulturelles und politisches Engagement unserer jungen Menschen beklagt und gleichzeitig die Leistung derjenigen nicht anerkennt, welche sich in diesen Bereichen engagieren, muss sich selbst hinterfragen. Jeder Arbeitgeber fordert in der heutigen Zeit von potenziellen Mitarbeitern ein gewisses Maß an soganannten 'soft skills', welche eben durch Engagement in diesen Bereichen erworben werden können", so Meister weiter. Die Jusos fordern daher von Bildungspolitikern und Universitäten eine Anrechnung außeruniversitären Engagements im Zuge der anstehenden unumgänglichen Reformen.

 

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