Die Fehler der CSU - eine Auswahl ...


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Waldprivatisierung

Die gewaltige Baumerntemaschine „Harvester“ ist eifrig bei der Arbeit. Direkt neben einem weder besonders breiten noch tiefen Graben im Wald wälzen seine riesigen Räder hin und her. Der Graben wird also kein Hindernis für ihn sein.
Nun ist dieser aber nicht nur irgendein Graben, sondern das einzige Überbleibsel einer ehemaligen, kleinen Burg, der einst die Aufgabe hatte, die Bergnase vom anschließenden Höhenzug abzutrennen.
Falls der Harvester an den Graben oder in ihn hineinfährt und vielleicht auch noch einige Male hin und her, ist er zu einer unerkenntlichen Vertiefung zerquetscht und deformiert, so das sein Charakter als Flurdenkmal nicht mehr ersichtlich sein wird.

Dies stellt nur ein Beispiel dafür da, wie die Privatisierung des Waldes die Kulturlandschaft zerstört. Die Bedrohung der meist völlig unbemerkt bleibenden Zerstörungen hat sich durch den vermehrten Einsatz von Harvestern durch das neugeschaffene Unternehmen Bayerische Staatsforsten wesentlich erhöht. Diese Geräte können in jede Waldfläche eindringen. Außerdem fördert das privatwirtschaftliche Unternehmen auch den Bau von Forstwegen, die für LKW tauglich sind, in höherem Maße als zuvor.

Der Wald wird so zum Wirtschaftlichkeitsfaktor degradiert, die Schutzfunktion für Kulturdenkmäler wie Altwege wird ebenso immer mehr eingeschränkt wie auch die ökologischen Gegebenheiten beeinträchtigt werden. Zusammenhängende ökologische Nischen werden durch Fortswegeneubau und intensive Bewirtschaftung auseinandergerissen.

Die Argumente, dass weniger große Fahrzeuge und deren große Räder den Waldboden mehr schonen, werden nach eigener Ansicht schlichtweg unglaubwürdig. Die aufgefurchten Wege sprechen eine andere Sprache – es zählt nur ein Argument: Bequemlichkeit und Profit. Und der ist mit den neuen Techniken am leichtesten zu erreichen. Walddenkmäler und Biotope scheinen in das Weltbild der Fortswirtschaftsbetriebe nicht zu passen.

Dass dies so kommt, ist einer der großen Fehler der CSU, die freimütig mit ihrer 2/3 Mehrheit gegen jeden besseren Rat die Privatisierung des Waldes durchgesetzt hat und Bayern somit wieder schleichend ein Stück seiner Identität geraubt hat.

 

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